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Wie eine Praxisgruppe mit 35 Mitarbeitenden das Krankmeldungs-Chaos beendete

Praxismanager:innen, drei Standorte, Papier-AU-Bescheinigungen und Urlaubskonten, denen niemand traute. Hier ist die Einführung, die das in drei Wochen reparierte.

Von Tickora-Team · 3. Mai 2026 · 3 Min. Lesezeit

Praxen sind ein leise schwieriges Personal-Problem.

Sie haben Vollzeit-, Teilzeit- und einige Mitarbeitende, die nur zwei Tage die Woche kommen. Sie haben Feiertage, die manchmal aufs Wochenende fallen. Sie haben Krankmeldungen, die rechtlich Dokumente brauchen. Sie haben eine Urlaubsregelung mit Übertrag, die niemand vollständig im Kopf hat. Und Sie haben Praxismanager:innen, die nicht als HR-Systemingenieur:innen ausgebildet sind, sie versuchen, drei Behandlungsräume am Laufen zu halten.

Das ist die Geschichte eines solchen Teams.

Das Setup

Drei Standorte, 35 Mitarbeitende insgesamt. Mischung aus Ärzt:innen, Pflegekräften, Empfangspersonal. Jeder Standort hatte seinen eigenen informellen Planungsrhythmus, meist ein gedrucktes Raster, das die Empfangsleitung wöchentlich mit Filzstift aktualisierte.

Krankmeldungen liefen so:

  1. Mitarbeiter:in ruft morgens an oder schreibt
  2. Manager:in sucht hektisch nach Vertretung
  3. Papier-AU kommt innerhalb von drei Tagen
  4. AU wandert in einen Ordner im Aktenschrank
  5. Jahresende: HR stellt fest, dass 30 % der AUs verloren sind

Urlaubskonten liefen so:

  1. Jahresansprüche waren „bekannt", aber nirgends zentral erfasst
  2. Übertrag aus dem Vorjahr basierte auf Erinnerung
  3. Zwei Personen beantragten dieselbe Woche frei und nur eine wurde genehmigt, meist wer zuerst fragte oder lauter war
  4. Die Jahresabschluss-Klärung dauerte Tage

Es funktionierte. Mit Mühe.

Was sich in Woche 1 änderte

Wir versuchten nicht, alles auf einmal umzustellen. Das Erste, was wir taten: Urlaubsanträge in die App verlegen, und nur Urlaubsanträge.

Diese eine Änderung bewirkte mehr als erwartet:

  • AU-Fotos wurden Anhänge statt Papier
  • Genehmigungen liefen automatisch zur richtigen Führungskraft basierend auf Filiale
  • Urlaubskonten wurden sichtbar, für Mitarbeitende, in Echtzeit
  • Das Problem „Zwei Personen wollen dieselbe Woche frei" verschwand, weil beide den Teamkalender sehen konnten

Drei Wochen später meldeten die Praxismanager:innen, dass urlaubsbezogene Gespräche um etwa 70 % gesunken waren. Nicht, weil weniger Urlaub genommen wurde, sondern weil das System Fragen beantwortete, die früher gestellt werden mussten.

Was sich in Woche 2 änderte

Sobald der Urlaub solide war, schichteten wir den Rest auf:

Pläne verließen das gedruckte Raster. Jede Filiale baute Schichtvorlagen (z. B. „Dienstagspraxis: 2 Ärzt:innen, 3 Pflegekräfte, 1 Empfang, 09:00–18:00") und ließ Personen hineinfallen.

Stempelung wanderte in die Mobile App. Wir setzten kein GPS durch, Mitarbeitende kommen ohnehin am Empfang an, und eine Standortprüfung hätte sich wie Überwachung angefühlt. (Wann GPS hilft und wann es schadet, besprechen wir in einem eigenen Beitrag.)

Urlaubsanträge liefen nicht mehr per E-Mail. Gruppenleitungen sehen offene Anträge ihres Teams als Liste, genehmigen mit einem Klick, und der Plan spiegelt die Änderung automatisch.

Was sich in Woche 3 änderte

Was wir nicht vorhergesehen hatten, war die Lohnabrechnungs-Aufräumarbeit.

Sobald Urlaubsdaten im selben System wie die Zeiterfassung lebten, hörte die Lohnabrechnung auf, eine Abgleich-Übung zu sein. Krankheitstage wurden automatisch abgezogen (gemäß lokalen Regeln, anteilig bezahlt für manche Kategorien). Urlaubstage wurden normal bezahlt und brauchten keine separate Berechnung. Der Buchhaltung fiel es zuerst auf.

| Kennzahl | Vorher | Nach 3 Wochen | |---|---|---| | Krankmeldungs-Anrufe/Woche | ~12 | ~3 | | Urlaubskonflikte/Monat | 2–4 | 0 | | Korrekt abgelegte Papier-AUs | ~70 % | 100 % (alles digital) | | Jahresabschlussklärung | 2–3 Tage | 2 Stunden |

Was wir anderen Praxen sagen würden

Drei Dinge machten den Unterschied:

1. Migrieren Sie nicht alles auf einmal. Erst Urlaub, dann Plan, dann Lohnabrechnung. Jeder Schritt verdient Vertrauen und Schwung für den nächsten.

2. Vorsicht mit GPS. Es ist mächtig in manchen Kontexten (Multi-Site-Außendienst, Sicherheit) und ein Vertrauenskiller in anderen (Single-Site-Teams, die ohnehin am Empfang stempeln). Pro Filiale konfigurieren.

3. Urlaubskonten sind Vertrauenssache, nicht Mathematik. Das Schwierige ist nicht, das Konto zu berechnen, das Schwierige ist, dass Mitarbeitende es selbst, in Echtzeit, ohne Nachfrage sehen können. Da kommt die meiste Reibung weg.

Wenn Sie eine Praxisgruppe auf Tabellen und gedruckten Rastern führen, brauchen Sie kein Enterprise-HR-System dafür. Sie brauchen etwas Einfacheres mit den richtigen Bausteinen. Starten Sie eine kostenlose Testphase für Teams bis 5 oder buchen Sie eine Demo, und wir gehen Ihre aktuelle Woche gemeinsam durch.

Personalmanagement, einfach gemacht.

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Fallstudie Praxis-Schichtrotation, Krankmeldungen & Urlaubskonten · Tickora